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Von Bayern nach Preding: Wie die Jungfrau zum Kind…

Wie kommt man als oberfränkischer Zugereister zur MMK-Preding? Das haben mich schon viele Leute hier gefragt und nun ist es an der Zeit, das Rätsel zu lösen.

Es war mein erster Sommer in der Steiermark und mein erstes Kürbisfest in Preding, das die  Weichen für meinen Beitritt zur MMK-Preding stellte. Frisch importiert aus München sah ich mir, zusammen mit Franz, das Bezirksmusikertreffen anlässlich des Kürbisfestes in Preding an. Als „Neu-Predinger“ quasi ein „Muss“ und natürlich war ich auch neugierig, was alles so in der tiefsten Provinz gefeiert wird.

Blasmusik war für mich bis zu diesem Tag eine Musikrichtung mit der ich absolut gar nichts am Hut hatte (mal davon abgesehen, dass ich mir zu meiner Münchner Zeit jedes Jahr den Trachtenumzug zum Oktoberfest anschaute…). Franz und ich machten uns also auf den Weg zum Hauptplatz (wenn man ehrlich ist, verdient dieser Platz in Preding seinen Namen nicht, denn wenn nicht gerade ein Fest stattfindet, ist dort absolut nix los, aber das wusste ich ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht). Wir waren schon recht früh da und so konnten wir uns noch ein gutes Plätzchen sichern und hatten eine ganze Bierbank für uns alleine. Nach und nach füllte sich der Hauptplatz mit Zuschauern und Kapellen aus dem ganzen Bezirk und nach nicht allzu langer Zeit waren um uns herum Hunderte von Menschen. Schließlich kam auch ein Damenkränzchen an unseren Tisch und fragte, ob wohl noch Platz bei uns wäre…. Eine lustige Truppe, die wohl schon die ein- oder andere Mischung intus hatte und entsprechend gut gelaunt war. Und wie es halt so ist in der Steiermark, kamen wir schnell mit den Damen ins Gespräch. Es wurde über dies und das geredet und die Stimmung war bestens.

Noch hatten wir auch 2 leere Plätze an unseren Bierbank, die alsbald gefüllt wurden. Ein Paar setzte sich an unseren Tisch und nach einem „Guten Tach allerseits“ war klar, dass ein deutscher Landsmann an unserem Tisch Platz genommen hatte. Dies bemerkte ich nicht auch zuletzt, weil eine der Damen halblaut gemeint hatte: Schau her, der Piefke kommt auch zum Fest. Nachdem mir inzwischen der Begriff „Piefke“ hinreichend bekannt war, outete ich mich ebenfalls als solcher…. Naaaa … du net, du sprichst net so….nun ja, ich bin als Fränkin ja immerhin aus Bayern und nach 20 Jahren in der bayrischen Hauptstadt habe ich natürlich auch a bisserl oberbayrisch gelernt… ne, also die Bayern, san kane Piefke und du sprichst eh net so…mein Gegenüber war nicht davon abzukriegen, dass ich kein Piefke war…und so kamen wir ins Gespräch…“ Wo kommst du denn her?“ Aus München! … aus München? Und wo wohnst du hier? In Wieselsdorf! In Wieselsdorf? Ja! Wo dort? (wenn man überlegt wie groß Wieselsdorf ist, natürlich eine berechtigte Frage)… ja, ganz hinten, Richtung Mettersdorf …. „neben dem Gustl????“ ja, neben dem Gustl! Kennst du den???? Aber ja, des is mei Schwager… seid ihr die neuen Nachbarn? Ja! Und gell, ihr macht Musik??? Ja! Genau des hat der Gustl erzählt.. warte mal: PETER!!!! Komm mal her, da sitzen die neuen Nachbarn vom Gustl (der hat doch erzählt, dass die Musik machen, stimmt´s?) – genau…. Ja, dann müsst ihr unbedingt bei der Musikkapelle von Preding mitspielen – was für Instrumente spielt ihr denn? Klarinette und Flöte…. Passt!!!!!

Das war es, schon waren wir akquiriert  😀

Heike Jahn – Flötistin

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