Erich Reisenhofer, Obmann Marktmusikkapelle Preding

Hey hey Erich, hey Erich hey – zieh fest das Segel an!

Die MMKP hat ja ein stürmisches Jahr hinter sich. Es gab einen aufsehenerregenden Wechsel der musikalischen Leitung. Dazu wurden die organisatorischen Geschicke der Gemeinschaft in neue, verantwortungsvolle Hände gelegt. Als Obmann ist Erich Reisehofer in die profilstarken Fußstapfen von Ernest Fürnschuss getreten…

… und hier beginnt die Geschichte von „Erich und den starken Männern“ (und Innen 😉 …)

OBMANN Erich REISENHOFER MMK-PREDING

Die MMK-Preding in Split, 2012

Karin: Du bist der neue Steuermann der MMKP. Wohin richtest du das Segel aus? Was sind deine Pläne, Träume, Ziele mit der MMKP?

Erich: Es gibt 3 Themen die mir dabei besonders am Herzen liegen:

  1. Die Nachwuchsförderung. Ich betrachte es als unsere Aufgabe,
    die Begeisterung bei den Kids zu wecken. Wie unsere Blog-Artikel „Die positive Wirkung von Musik“ und „Musik von Anfang an“ zeigen, verbessert Musik die Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit. Musik ist Gehirn- & Erich Reisenhofer Marktmusikkapelle PredingGefühlstraining. Gefühle werden stark unterstützt – Freude, Trauer, alles – nicht umsonst nützt die Werbung dieses Potenzial. Die Musik muss in der Ausbildung stärker integriert sein. Der Werdegang musikalischer Früherziehung im Kindergarten à Musikalische Grundschulung „Bläserklasse“ in der Volksschule à Musikschule à Musikverein zählt meiner Meinung nach zu einem Grundstein in der Entfaltung & stabilen Wertebildung eines Kindes. Was das Vereinsleben vermittelt, das lernt man in keiner Schule! Jedes Jahr 2 MusikerInnen für unseren Verein zu gewinnen wäre toll für unsere Zukunftssicherung!
  2. Musikalisch sollten wir noch mehr fürs Publikum tun. Im Frühschoppen-Programm brauchen wir populäre Nummern, bei denen der Text auf den Lippen brennt und jeder mitsingen kann. Das erzeugt Stimmung.
  3. Als Verein müssen wir für die Bevölkerung greifbar sein. Die Leute müssen wissen, dass jeder der will bei uns mitmachen kann. Obwohl sie nach wie vor ein wichtiger Pfeiler der Blasmusik ist, sind die Zeiten wo nur traditionelle Marschmusik gespielt wird vorbei. Es gab heuer bereits einige Initiativen wie das Jugendcamp und unser Info Event, wo wir den Spaß & die Leidenschaft für den Verein gut transportieren konnten. Solche Aktionen wünsche ich mir auch weiterhin.

Erich Reisenhofer MMK-Preding

Karin: Was betrachtest du als die größte Herausforderung innerhalb der MMKP / für die MMKP?

Erich: Die Finanzierung und die Probendisziplin. Sinkende Vereinsförderungen und steigende Auflagen bei Vereinsfesten lassen unsere Einnahmequellen zusehends schrumpfen. Instrumente, Noten, Trachten usw. kosten immer mehr Geld. Vielleicht liegt die Zukunft in unterstützenden Mitgliedschaften. Wichtig ist auch, dass wir gut zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Dazu gehört auch eine effektive Probenarbeit und diese funktioniert erst bei mindestens 80%iger Beteiligung bei Proben und Ausrückungen – mein heimlicher Wunsch für 2015.

 

Hey hey Erich, die Musiker (und Innen 😉
sind hart am Winde dran

Karin: In letzter Zeit weht ein frischer Wind im Verein und es ist sehr viel Bewegung drin. Findet hier ein Generationenwechsel statt?

Erich: Unser Kernteam hat enorm an Größe und Power gewonnen. Um die neuen Vorstandsmitglieder hat sich ein starkes motiviertes Team entwickelt. Vielleicht auch weil viel Verantwortung übertragen wird. Die Jugend soll selber Erfahrungen sammeln und Fehler machen dürfen. So entstehen Engagement und Tatkraft. Es funktioniert gut, wenn es viele fleißige Hände gibt, die regelmäßig mitanpacken. Ich lade jeden Musiker ein, sich mit seinen Anregungen aktiv zu beteiligen und „seine“ MMKP mitzugestalten – den Jungen mit spritzigen Ideen und den Älteren mit seinem weisen Erfahrungsschatz. Ich denke die Zukunft liegt in der Generationen-Verbindung. Unsere Sinne für ein ausgewogenes Maß an Tradition und Veränderung vertragen durchaus noch etwas Schärfung. Musikalisch wie auch gemeinschaftlich. Trotzdem muss die MMKP für jeden ein „Zuhause“ bleiben – es darf keiner ausgegrenzt werden und auch kein derartiges Gefühl vermittelt werden. Ich wünsche mir, dass jeder in der Gemeinschaft seinen Platz hat, sich wohlfühlt und sein Schauferl dazu beiträgt!

 

Doch Wölfe hin, Taifune her –
die Lösung fällt ihm gar nicht schwer

Karin: Deine Schlauheit hast du dir ja wahrscheinlich von deinem Kindheits-Idol „Wickie“ abgeschaut? Diese ist bald im Beruf wieder voll gefordert. Herzliche Gratulation zum Karrieresprung! …

Erich: … dankeschön! (lacht.) … Wickie hat immer Angst gehabt, aber er ist cool geblieben und hat sich was überlegt. Das ist auch mein Vorsatz: Statt um das Problem zu kreisen versuche ich die Lösung zu fokussieren. … und ich vertraue auch aufs Glück. Nur wenn man viel unternimmt, Chancen die kommen ergreift und einfach mit Selbstvertrauen an die Dinge ran geht, wird einem das Glück hold sein.

Erich der Wikinger

Auch wenn er beruflich hoch hinaus zischt, privat ist der Familienmensch bescheiden geblieben …

… Erich ganz persönlich:

Mein Lebensmotto: „I´m starting with the man in the mirror“ (Michael Jackson) – das Wichtigste ist, dass man sich jeden Morgen ruhigen Gewissens selber in die Augen schauen kann!

Ein Lebensmensch, der mich geprägt hat: Meine Oma (mütterlicherseits). Wenn es ihr noch so schlecht gegangen ist – nicht nur die Kriegsjahre waren sehr hart – hat sie immer versucht das Positive zu sehen und dorthin geschaut, wo ´s schön ist.

Eine versäumte Gelegenheit: Habe Queen nie live gehört … die sind ein unvergleichliches Original.

Erich Reisenhofer Obmann der MMK PredingMein Lebenstraum: Gesund alt werden. Für meine Kinder wünsche ich mir ein positives Umfeld in dem sie zu verantwortungsbewussten Menschen heranreifen können. Ich glaube die wahre Lebenskunst liegt im dauernden vorwärts Streben und gleichzeitig den Augenblick genießen und zufrieden sein können.

Mein Sportsgeist: Wegen einer Wette nach einer durchzechten Nacht ein Beach-Volleyball-Turnier gespielt – und gewonnen. (Erich war einmal auf Platz 60 der österreichischen Rangliste gereiht und hat gegen Clemens Doppler gespielt).

Mein cleverster „Schachzug“: Mit meinem kleinen Bruder Walter von heute auf morgen zum Streiten aufgehört – er war auf einmal stärker als ich …

Meine „Summertime“: Als Stallhirte in der elterlichen Landwirtschaft, wenn meine Eltern auf Urlaub waren. Ich hatte immer das Gefühl, dass mir die Kühe dann nachgeweint haben … wäre ich nicht Techniker geworden, würde ich heute bestimmt Bauer sein!

Mein spektakulärstes Abenteuer: Die Unterwelt der Wasserfälle von Iguazù. Wir haben diese beim Musikerausflug nach Brasilien in einem kleinen Boot erkundet. Das Wasser ist runtergeschossen – da konnte ich die Übermacht der Natur hautnah spüren.

Die Schatzkiste meines Lebens: meine Familie, die Musik und der Ballsport!

Erich Reisenhofer

Vielen Dank für´s Dinner bei dir & weiterhin viel Erfolg!

Nananananananaana Erich – hey Erich hey!

Karin Kleindienst