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Musik
– von Anfang an

Musik verbindet, hebt die Laune und schafft eine vertraute, sichere Atmosphäre.  Studien belegen, dass Musik sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann, sogar Stress vermindern kann!

Schon im Mutterleib erleben wir alle Elemente der Musik: Rhythmik, Dynamik, Klang, Melodie und Form. All diese Aspekte fördern die kindliche Entwicklung, sie prägen uns ein Leben lang.

Monatelang bestimmt der Herzschlag der Mama das Leben eines Ungeborenen. Den Rhythmus des Herzens hört das Baby 26 bis 28 Millionen Mal. Täglich wird es von den Schritten der Mama, von ihren Bewegungen in den Schlaf geschaukelt und gewiegt.  Ab der 17. Schwangerschaftswoche hört das Ungeborene die Stimme der Mutter – es hört sie sprechen oder sogar singen.

Ziemlich zur gleichen Zeit beginnt das Kind auch andere Reize aus der Umwelt und somit Musik wahrzunehmen. Auch wenn viele der Meinung sind, man müsse bei der Wahl der Musik vieles bedenken, gilt doch nur ein einziger Grundsatz: Was Mama und Papa gefällt, gefällt auch dem Kind. Babys lieben alle Arten von Musik. Noch im Bauch reagieren sie darauf: sie werden ruhig oder aber beginnen zu strampeln, zu treten oder zu boxen.

Schon bei Neugeborenen kann man die verschiedenen Wirkungsarten der Musik beobachten: Durch Mimik, Gestik oder Laute reagieren sie unterschiedlich auf die gehörte Musik, zeigen verschiedene Emotionen.

Später wird gelauscht, getönt, gesungen, getanzt und mit Klängen, Geräuschen oder einfachen Instrumenten experimentiert. Querbeet durch alle Musikstile von Pop bis Folklore, über Rock, Rap und Reggae bis hin zu Klassik ist alles willkommen.

Musik von Beginn an

Aus meiner täglichen Arbeit mit sehr jungen Kindern kann ich nur Positives über die Verbindung Kind – Musik berichten. Nach nur ein paar Tagen erkennt ein 18 Monate altes Kind die verschiedenen musikalischen Signale: Ertönt das Windspiel setzt es sich zum Jausentisch, wenn es die Flöte hört, weiß es, es ist Morgenkreiszeit, nach dem Schlaflied legt es sich in den Ruheraum. Weint  Noah, kann ich ihn nur durch den immer selben Sing-Sang beruhigen. Kommt Marie in der Früh in die Gruppe, begrüße ich sie wie am ersten Tag mit unserem „Hallo- Hallo- Lied“. Olivias Tag bei uns beginnt nur dann gut, wenn sie einmal das Feuerwehrlied hört. Für Jonas ist der Tag am schönsten, wenn er mir sagen kann, ich habe schon wieder das Vorspiel auf der Gitarre vergessen.

Die Musik begleitet „meine“ Kinder“ durch den Tag, gibt ihnen Sicherheit und Geborgenheit, ermöglicht ihnen ein stressfreies Erleben unseres Alltages.

Neben diesen praktischen und sinnvollen Gründen Musik anzubieten, bleibt noch der wichtigste: Spaß!

Für die meisten Kinder ist der Morgenkreis, in dem viel gesungen, getanzt und musiziert wird das Highlight unseres gemeinsamen Tages. Noch im Sommer wünscht sich so manches Kind das Nikolauslied oder das Lied von der Faschingsfeier. Schaut man in die Gesichter der einzelnen Kinder erkennt man pure Freude und Lust am Tun.

Natürlich könnte ich als Kindergärtnerin sagen, nur regelmäßige musikalische Förderung führt zu Musikbegeisterung und nur durch gezielte Angebote kommt ein Kind mit Musik und Rhythmus in Kontakt. Aber die Wahrheit ist: Wenn ein Ungeborenes schon vom steten Rhythmus des Herzens beeinflusst wird, wenn ein Neugeborenes lächelt wenn es eine Spieluhr hört und wenn „mein“ Paul beim Lied über Jesus, der am Kreuz stirbt beginnt zu weinen, bleibt nur eines zu sagen: Musik ist in uns allen, berührt uns alle – von Anfang an …

Michaela Leitner

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