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Musik ist keine exakte Wissenschaft – oder doch?

Was hat Musik mit Naturwissenschaften gemeinsam, was unterscheidet sie voneinander. Sichtweise eines musikbegeisterten Ingenieurs.

Prolog

Schon in meiner Kindheit haben mich drei Themen besonders fasziniert: Musik, Mathematik und Physik, oder wie das damals, also in der Volksschule, noch hieß, „Rechnen“ und „Sachunterricht“. Musik hat, so habe ich es zumindest in Erinnerung, schon immer so geheißen, sogar in der Volkschule.

Zum Glück haben meine Eltern mein großes Interesse sehr schnell bemerkt, deshalb meldeten sie mich auch so früh es ging in der Musikschule in Preding (damals noch eine Zweigstelle der Musikschule Stainz unter Direktor Josef Payer) an.

Musik und Mathe - MMK Preding

Einer meiner ersten musikalischen Auftritte: beim Vorspielabend in der Musikschule Preding

Im Zuge des Volks- und Musikschul-Unterrichts ist mir dann bald etwas sehr interessantes aufgefallen: Nämlich dass meine drei Lieblingsdisziplinen, eben Musik, Rechnen und Sachunterricht, sehr viele Gemeinsamkeiten aufweisen, wodurch sie für mich gleich noch faszinierender wurden. Vor allem in der Musiktheorie bzw. Notenkunde (wieder ein alter Begriff aus meiner Volkschulzeit) sind einige Begriffe aus der Mathematik enthalten. Zum Beispiel gibt es da bei den Notenwerten halbe, viertel, achtel, sechzehntel usw., also Wörter, die wir vom Bruchrechnen her gut kennen. Oder die Bass-Knöpfe bei meinem ersten Musikschul-Instrument, dem Akkordeon (siehe Foto): Die sind nach einer einfachen mathematischen Formel angeordnet. Aber auch die Physik habe ich hier bald wiedererkannt, zum Beispiel beim Kammerton a, der mit 440 Hz klingt, also mit einer ganz bestimmten Frequenz. Umgekehrt wiederum verwendet auch die Physik Begriffe, die aus der Musik stammen. Zum Beispiel die Oktave, als Bezeichnung für ein Frequenzverhältnis von 2 zu 1.

 

Später hab ich dann allerdings bemerkt, dass ich gar nicht der erste war, dem diese Zusammenhänge aufgefallen sind. Hätte mich auch gewundert. Vielen, zum Teil sogar sehr berühmten Menschen, ist dies bereits vor langer Zeit aufgefallen. Einer der ersten war der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras. Er hat sich nicht nur mit dem rechtwinkeligen Dreieck, sondern auch mit Musik befasst und diese mit mathematischer Formel beschrieben. Umgekehrt haben sich aber auch bekannte Musiker und Komponisten wie Bach, Mozart oder Schubert mit diesen Zusammenhängen befasst und sogar Stücke mithilfe mathematischer Formel komponiert.

Neugierig geworden? Fortsetzung folgt …

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