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Musik ist keine exakte Wissenschaft – oder doch?

Was hat Musik mit Naturwissenschaften gemeinsam, was unterscheidet sie voneinander. Sichtweise eines musikbegeisterten Ingenieurs.

Teil II: Was ist Musik?

Jeder Mensch kennt Musik und weiß was das ist. Will man allerdings Musik mit Worten beschreiben, so fällt das gar nicht so leicht. Tatsächlich gibt es in der Literatur viele Werke mit teilweise seitenlangen Abhandlungen, die den Begriff Musik zu erklären versuchen. Auch mich hat diese Frage beschäftigt, als ich begonnen habe, Musik mit Mathematik und Physik zu vergleichen, und siehe da – ich habe eine sehr einfache Beschreibung gefunden:

Musik ist eine Aneinanderreihung von verschiedenen Tönen und Pausen.

That’s it. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.  :-D

Jetzt kann man natürlich diskutieren, ob es verschiedene Töne sein müssen, oder ob die Töne richtig sein müssen (was auch immer das heißt), ob man Lieder auch ohne Pausen oder gar ohne Töne spielen kann etc.

Partitur von John Cage’s 4‘33“

Partitur von John Cage’s 4‘33“

Ähm – ja, du hast richtig gelesen. Es gibt tatsächlich auch Musikstücke ohne Töne! Das Stück 4’33″ von John Cage etwa besteht nur aus einer 4 Minuten 33 Sekunden dauernden Pause. Dass von diesem Werk sogar eine Radio-Übertragung gemacht wurde, und dass es ein Gerichtsverfahren gab wegen einer „Raubkopie“ dieses Stücks, wie bei „Wikipedia“ behauptet wird, mag allerdings doch bezweifelt werden.

Tatsächlich gibt es aber eine gedruckte Partitur dieses Werkes, das in drei Sätzen „komponiert“ ist (siehe Bild links), und im Internet findet man sogar einige Videos davon, z.B. dieses hier: https://www.youtube.com/watch?v=zY7UK-6aaNA

Diese Videos sind zwar recht amüsant anzusehen. Wir sind aber glaub ich einer Meinung, dass es sich bei einer viereinhalb Minuten langen Pause nicht wirklich um Musik handelt… Ein einziger Ton tuts aber bereits, damit kann man durchaus schon gute Musik machen. Beispiel gefällig? Bei „One Note Samba“, einem sehr bekannten Jazz-Standard, gibt es als Melodie in den ersten 8 Takten tatsächlich nur einen einzigen Ton (Quinte). Zwei verschiedene Töne (Prim und Quinte, bzw. Tonika und Dominante wie unsere liebe Frau Kapellmeisterin so gerne sagt) reichen für den kompletten ersten Teil des Stücks.
https://www.youtube.com/watch?v=eUSYlOTP2_k

Geht aber trotzdem ganz schön ins Ohr, oder? Man kann also bereits mit nur einer Note musizieren. Aber wie gesagt, üblicherweise bestehen Musikstücke aus verschiedenen aufeinanderfolgenden Tönen und eventuell dazwischen ein paar Pausen.
Interessant für den Musiker (aber unbewusst wohl auch für den Zuhörer) sind nun die verschiedenen Eigenschaften dieser Töne und Pausen, denn nur wenn man die kennt und versteht kann man sie auch erlernen und in Musikstücken anwenden.

Mehr Details über die Bestandteile der Musik erfahrt ihr im nächsten Teil dieses Blogs.

Manfred Lueger

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